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Genieß dein Leben.

Aber bekommst du es eigentlich mit?
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  • 15. August 2026 durch
    Genieß dein Leben.
    Raffaela Hofmann

    Über Genuss, Achtsamkeit und die vielleicht wichtigste Fähigkeit überhaupt: das eigene Leben wahrzunehmen.

    „Genieß dein Leben.“

    So ein Satz, den wir alle kennen. Wir sagen ihn zum Geburtstag, vor dem Urlaub, nach einer Trennung, wenn jemand einen neuen Lebensabschnitt beginnt. Und besonders gerne dann, wenn uns wieder einmal bewusst wird, wie schnell die Zeit vergeht.

    Genieß dein Leben.

    Ja eh. Aber was heißt das eigentlich?

    Ist Genuss das gute Essen, die Reise, das Wochenende im Spa, der perfekte Sonnenuntergang oder das Glas Wein am Abend? Oder ist Genuss vielleicht viel weniger das, was wir erleben, sondern vielmehr die Art, wie wir es erleben?

    Meiner Meinung nach beginnt Genuss nicht mit dem, was wir haben. Genuss beginnt mit dem, was wir wahrnehmen.

    Und genau deshalb hat Genuss für mich sehr viel mit Achtsamkeit und Bewusstheit zu tun. Nicht mit Räucherstäbchen und auch nicht mit zehn Minuten Meditation am Morgen, die wir als weiteren Punkt zwischen Zähneputzen und erstem Termin in unseren ohnehin schon vollen Kalender quetschen.

    Achtsamkeit ist für mich viel alltäglicher – und gleichzeitig viel anspruchsvoller.

    Es ist die Fähigkeit, das eigene Leben tatsächlich mitzubekommen.

    Fokus, Aufmerksamkeit, Achtsamkeit - was meine ich eigentlich damit?

    Bevor ich weiterschreibe, muss ich drei Begriffe auseinanderhalten, die schnell in einen Topf geworfen werden: Aufmerksamkeit, Fokus und Achtsamkeit.

    Für mich sind sie nicht dasselbe. Aber sie gehören zusammen.

    Aufmerksamkeit entscheidet zunächst, was ich überhaupt wahrnehme. Wohin richte ich meinen Blick? Auf den Menschen vor mir oder auf mein Handy? Auf den Geschmack meines Essens oder auf meine Gedanken beim Essen? Auf das, was gerade passiert, oder schon auf das, was als Nächstes kommt?

    Fokus bedeutet für mich, dieser Aufmerksamkeit bewusst eine Richtung zu geben. In einer Welt, in der permanent irgendetwas um unsere Aufmerksamkeit buhlt, ist Fokus damit auch eine Entscheidung: Das hier ist mir gerade wichtig. Hier möchte ich sein. Und anderes darf für diesen Moment draußen bleiben.

    Und Achtsamkeit beschreibt für mich die Haltung, mit der ich dem begegne, was ich wahrnehme. Nicht sofort bewerten. Nicht gleich verändern oder optimieren. Nicht schon glauben zu wissen, wie etwas oder jemand ist. Sondern erst einmal hinschauen, hinspüren, zuhören. Offen und neugierig bleiben.

    Vielleicht lässt es sich ganz einfach sagen:

    Aufmerksamkeit lässt mich wahrnehmen.

    Fokus lässt mich dabeibleiben.

    Achtsamkeit bestimmt, wie ich dem begegne, was ich wahrnehme.

    Und daraus entsteht für mich Bewusstheit.

    Ich bin nicht nur körperlich anwesend. Ich bekomme mit, was gerade passiert, um mich herum und in mir.

    Genau darum geht es mir in diesem Text.

    Was mir ein Sternelokal über das Leben beigebracht hat

    Vor einiger Zeit war ich im Speiselokal Rossbarth in Linz. Ein Sternelokal, über das ich damals einen Blogbeitrag aus der Perspektive der Customer Experience geschrieben habe. Mich haben der Fokus, die Präzision, die Art der Gastfreundschaft und vor allem die Haltung dahinter fasziniert.

    Heute lese ich manche Aussagen von damals anders. Persönlicher. Vielleicht auch, weil ich heute selbst an einem anderen Punkt in meinem Leben stehe.

    Denn vieles von dem, was dort über Kochen, Geschmack und Qualität gesagt wurde, hat erstaunlich viel mit einer ganz anderen Frage zu tun:

    Wie möchte ich eigentlich leben?

    Marco Barth hat damals einen Satz gesagt, der mir bis heute geblieben ist:

    „Wir lieben alle Zutaten. Deswegen lassen wir so viele wie möglich weg. Jedes Gericht ist ein neuer Weg, um beim Wesentlichen anzukommen: Wir machen Essen zu dem, was es sein kann, weil es uns zu dem macht, was wir sind.“

    Marco Barth, Eigentümer und Küchenchef Speiselokal Rossbarth Linz

    Ich finde diesen Satz heute fast noch stärker als damals.

    Denn mit unserem Leben machen wir häufig genau das Gegenteil. Wir lieben es und stopfen deshalb so viel wie möglich hinein. Termine, Projekte, Reisen, Ziele, Menschen, Verpflichtungen, Freizeitaktivitäten. Noch schnell hierhin, noch schnell das erledigen, noch etwas erleben. Bloß nichts verpassen.

    Und irgendwann sitzen wir erschöpft da und haben zwar unglaublich viel gemacht, aber erstaunlich wenig davon wirklich wahrgenommen.

    Weglassen ist deshalb gar kein Verzicht, eher Wertschätzung für das eigene Leben.

    Im Speiselokal Rossbarth bekommt eine Zutat Bedeutung, weil sie Raum bekommt. Sie wird nicht automatisch besser, wenn man fünf weitere Geschmäcker darüberlegt. Im Gegenteil: Reduktion ermöglicht Wahrnehmung.

    Warum sollte das in unserem Leben anders sein?

    Ein Gespräch bekommt Tiefe, wenn ich ihm meine Aufmerksamkeit schenke. Ein Essen wird zum Genuss, wenn ich tatsächlich schmecke. Ein Mensch fühlt sich gesehen, wenn ich nicht schon meine Antwort formuliere, während er noch spricht. Und ein freier Nachmittag bekommt vielleicht gerade dadurch seinen Wert, dass ich nicht sofort überlege, wie ich ihn möglichst effizient nutzen könnte.

    Weniger ist nicht automatisch weniger Leben. Manchmal lässt uns weniger wieder mehr vom Leben spüren.

    Ein paar Fragen dazu:
    • Was ist in deinem Leben gerade einfach zu viel?
    • Was machst du, weil du es wirklich möchtest und was nur noch aus Gewohnheit oder Erwartung?
    • Was könntest du weglassen, damit etwas anderes wieder Raum bekommt?
    • Wann hast du zuletzt gegessen, ohne nebenbei etwas anderes zu tun?
    • Wem hast du zuletzt wirklich zugehört – ohne Handy, ohne Ablenkung, ohne schon an deine Antwort zu denken?

    Erinnerst du dich eigentlich noch daran, wie sich Kindheit angefühlt hat?

    Wenn ich über Achtsamkeit nachdenke, lande ich immer wieder bei Kindern. Denn vieles von dem, was wir heute mühsam in Seminaren, Retreats oder Mindfulness-Apps wieder lernen wollen, konnten wir einmal ziemlich gut.

    Denk einmal kurz an deine Kindheit.

    Welche Momente tauchen spontan auf?

    Vielleicht der Geruch bei deiner Oma. Ein Sommerabend. Barfuß über eine Wiese laufen. Das Geräusch eines Fahrrads auf Schotter. Ein bestimmtes Lied im Auto. Ein Eis, das schneller geschmolzen ist, als du essen konntest. Mit Freunden draußen sein, bis irgendjemand aus dem Fenster gerufen hat, dass du endlich heimkommen sollst.

    Oft sind es erstaunlich unspektakuläre Dinge.

    Unser Gedächtnis archiviert offensichtlich nicht nur die großen Ereignisse. Es speichert Gerüche, Berührungen, Geräusche, Stimmungen und Gefühle.

    Wir erinnern uns daran, wie sich Leben angefühlt hat.

    Kinder sind großartig darin. Ein Kind kann einen Stein aufheben und darin einen Schatz sehen. Es kann einen Käfer minutenlang beobachten, zum 27. Mal vom selben Steg ins Wasser springen und beim 28. Mal noch genauso lachen.

    Kinder brauchen nicht permanent etwas Neues, damit sich etwas neu anfühlt.

    Sie schauen einfach genauer hin.

    Und genau darin steckt für mich etwas sehr Achtsames: Sie begegnen dem, was ihre Aufmerksamkeit gerade fesselt, mit einer Offenheit, die wir Erwachsenen irgendwann verlieren.

    Diese kinderkluge Neugier.

    Nicht kindisch. Kinderklug.

    Die Welt noch nicht fertig erklärt zu haben. Fragen zu stellen. Dinge anzuschauen, ohne sofort ein Urteil darüber zu legen.

    Das Problem am Erwachsensein ist nämlich manchmal, dass wir glauben, schon alles zu kennen.

    Meer? Kenn ich. Wald? Schon gesehen. Linz? War ich. Den Menschen neben mir? Natürlich kenne ich den. Mich selbst? Mit 40+ sollte ich das hoffentlich langsam.

    Wirklich?

    Menschen verändern sich. Unsere Kinder verändern sich. Beziehungen verändern sich. Unser Körper verändert sich. Bedürfnisse verändern sich. Und wir selbst hoffentlich auch.

    Vielleicht ist einer der größten Feinde von Achtsamkeit deshalb dieser kleine Satz:

    „Kenn ich schon.“

    Denn in diesem Moment hören wir auf hinzuschauen.

    In der Achtsamkeit gibt es dafür einen Gedanken, den ich sehr mag: den Beginner's Mind – den Geist des Anfängers. Einer Sache so zu begegnen, als würden wir sie zum ersten Mal sehen.

    Unsere Aufmerksamkeit richtet sich auf etwas. Aber die Achtsamkeit entscheidet, wie wir hinschauen: mit unserer fertigen Geschichte darüber – oder mit echter Neugier.

    Probier einmal diese Fragen:
    • Welche Erinnerung aus deiner Kindheit kannst du heute noch riechen, hören oder fühlen?
    • Was hat dich als Kind völlig fasziniert?
    • Wann hast du zuletzt etwas nur aus Neugier gemacht, ohne Ziel und ohne Nutzen?
    • Wann hast du einen Menschen, den du liebst, zuletzt wirklich angesehen?
    • Was glaubst du über dich längst zu wissen und was wäre, wenn das gar nicht mehr stimmt?
    • Was würdest du heute anders sehen, wenn du es zum ersten Mal erleben würdest?

    Wir müssen nicht irgendwann fertig sein

    Eine zweite Aussage aus meinem damaligen Gespräch im Speiselokal Rossbarth ist mir ebenfalls geblieben:

    „Wir arbeiten nicht auf ein einmal definiertes Ideal hin, sondern auf den nächsten besseren Abend, den nächsten klarer gedachten Geschmack, das nächste Detail, das plötzlich Sinn ergibt.“

    Chris Teufel, Executive Assistant Speiselokal Rossbarth

    Damals habe ich darin vor allem ein Prinzip für Unternehmen gesehen: kontinuierlich lernen, ausprobieren, verbessern.

    Heute sehe ich darin ein ziemlich schönes Lebensprinzip.

    Wir leben in einer Welt, in der wir ständig an uns arbeiten sollen. Besser werden. Erfolgreicher. Gelassener. Fitter. Attraktiver. Produktiver. Achtsamer natürlich auch noch.

    Irgendwann, so scheint es, erreichen wir dann diese sagenumwobene beste Version unserer selbst.

    Ich glaube nicht mehr daran.

    Und ich finde den Gedanken inzwischen sogar ziemlich befreiend.

    Wir müssen nicht fertig werden.

    Vielleicht gibt es dieses große „Jetzt bin ich angekommen“ gar nicht. Vielleicht gibt es einfach den nächsten Tag, das nächste Gespräch, die nächste Erfahrung, den nächsten Versuch und hoffentlich immer wieder eine neue Version von uns.

    Bewusstheit bedeutet für mich deshalb auch, mich selbst immer wieder neu kennenzulernen. Wahrzunehmen, was sich verändert hat, anstatt automatisch an dem festzuhalten, was einmal richtig war.

    Mich zu fragen, was heute noch zu mir passt. Was ich nicht mehr brauche. Welche Rolle ich vielleicht längst verlassen habe. Welche Überzeugung einmal hilfreich war, mich heute aber klein hält.

    Auch dafür braucht es Achtsamkeit: die Bereitschaft, mir selbst immer wieder neu zu begegnen, statt mich vorschnell in meiner eigenen Geschichte festzuschreiben.

    Das ist meine persönliche Interpretation von It’s always day one:

    Ich darf meinem Leben jeden Tag wieder neu begegnen.

    Fragen für deinen persönlichen „Day One“:
    • Was würde ich heute anders entscheiden, wenn ich nicht an meinem bisherigen Weg festhalten müsste?
    • Welche alte Geschichte über mich selbst erzähle ich immer noch?
    • Was passt heute nicht mehr zu mir?
    • Wo darf ich Anfänger sein?
    • Was würde ich gerne ausprobieren, obwohl ich möglicherweise ziemlich schlecht darin bin?
    • Worauf bin ich gerade neugierig?

    Wo deine Aufmerksamkeit ist, dort ist dein Leben

    Und damit komme ich zurück zum Fokus.

    Denn zu wissen, worauf ich meine Aufmerksamkeit richten möchte, ist das eine. Sie dort zu halten, ist in unserem Alltag eine ganz andere Geschichte.

    Unsere Aufmerksamkeit ist endlich.

    Ich kann nicht gleichzeitig bei meinem Kind, meinem Handy, meinem nächsten Termin und meinen eigenen Gedanken sein und behaupten, allem meine volle Aufmerksamkeit zu schenken.

    Kann ich nicht.

    Auch wenn Multitasking in unseren Lebensläufen immer noch erstaunlich sexy klingt.

    Wir essen und scrollen. Wir gehen spazieren und telefonieren. Wir sitzen mit Menschen am Tisch und beantworten Nachrichten. Wir fahren auf Urlaub und checken Mails. Wir fotografieren den Sonnenuntergang manchmal schneller, als wir ihn tatsächlich anschauen.

    Unser Körper ist da.

    Unser Kopf schon wieder woanders.

    Ich bin davon überzeugt, dass Zeit nicht unsere knappste Ressource ist, sondern Aufmerksamkeit.

    Denn wo meine Aufmerksamkeit ist, dort findet in diesem Moment mein Leben statt.

    Und Fokus heißt für mich deshalb nicht, noch effizienter zu werden. Fokus heißt, bewusst zu entscheiden, was meine Aufmerksamkeit gerade verdient.

    Der Mensch vor mir.

    Das Gespräch.

    Das Essen.

    Mein Kind.

    Ein Gedanke.

    Oder vielleicht einfach dieser eine verdammte Sonnenuntergang, ohne ihn sofort fotografieren zu müssen.

    Achtsamkeit wiederum beginnt dort, wo ich nicht nur dabeibleibe, sondern wahrnehme, was dieser Moment mit mir macht.

    Was denke ich?

    Was fühle ich?

    Was höre ich?

    Was schmecke ich?

    Was passiert gerade, ohne dass ich es sofort verändern muss?

    Achtsamkeit bedeutet für mich nicht, permanent tiefenentspannt durchs Leben zu schweben. Dafür bin ich vermutlich ohnehin völlig ungeeignet.

    Es bedeutet auch nicht, dass das Leben immer schön sein muss.

    Menschen gehen. Beziehungen verändern sich. Pläne funktionieren nicht. Wir scheitern. Wir zweifeln. Wir haben Angst. Wir verlieren Dinge, von denen wir überzeugt waren, sie würden bleiben.

    Achtsamkeit bedeutet nicht, all das schönzureden oder aus jedem Schmerz möglichst schnell ein Learning zu produzieren.

    Manchmal ist etwas einfach traurig.

    Manchmal schwierig.

    Und manchmal schlicht beschissen.

    Auch das ist Leben.

    Bewusstheit heißt nicht: Alles ist gut.

    Bewusstheit heißt: Ich nehme wahr, was gerade ist.

    Ohne sofort davor wegzulaufen.

    Und genau hier schließt sich für mich der Kreis:

    Aufmerksamkeit lässt mich wahrnehmen. Fokus lässt mich dabeibleiben. Achtsamkeit lässt mich offen und bewusst erleben.

    Vielleicht beobachtest du dich einmal:
    • Wo war deine Aufmerksamkeit heute die meiste Zeit?
    • Wofür hast du dich ganz bewusst entschieden, deinen Fokus darauf zu richten?
    • Wie oft greifst du zum Handy, ohne bewusst entschieden zu haben, es zu tun?
    • Bei welchem Menschen möchtest du wieder präsenter sein?
    • Welches Gefühl versuchst du gerade lieber wegzuschieben?
    • Was passiert in deinem Leben gerade Schönes, das du vielleicht schon für selbstverständlich hältst?
    • Wann warst du zuletzt einfach nur irgendwo, ohne etwas daraus machen zu müssen?

    Wir brauchen keine Bucket List, sondern eine Remember List.

    Wir schreiben Listen darüber, was wir noch erleben wollen. Länder, die wir bereisen müssen. Dinge, die wir unbedingt noch machen sollten. Restaurants, Berge, Städte, Abenteuer.

    Ich hätte eine andere Idee.

    Mach eine Remember List.

    Welche zehn Momente deines bisherigen Lebens würdest du gerne noch einmal für fünf Minuten erleben?

    Einfach noch einmal hineinsteigen.

    Wer wäre dabei? Was würdest du riechen? Was hören? Was fühlen?

    Und dann schau dir diese zehn Momente an.

    Was hatten sie gemeinsam?

    Ich vermute, auf den wenigsten Listen stehen Status, Produktivität oder ein perfekt durchgetakteter Tag.

    Vielleicht steckt in diesen Erinnerungen ziemlich viel Wissen darüber, was dein gutes Leben eigentlich ausmacht.

    Und dann kommt die unbequemere Frage:

    Wie viel davon findet heute noch in deinem Leben statt?

    Ich möchte mein Leben mitbekommen.

    Ich möchte mein Leben jedenfalls nicht nur schaffen. Nicht nur organisieren, optimieren und möglichst viel darin unterbringen.

    Ich möchte es mitbekommen.

    Menschen wirklich ansehen. Essen schmecken. Musik hören. Berührungen spüren. Über Dinge lachen, die völlig sinnlos sind. Neugierig bleiben. Mich überraschen lassen. Manchmal falsch abbiegen. Und nicht aus jedem Moment etwas Produktives machen müssen.

    Dabei geht es mir nicht darum, das Leben permanent zu entschleunigen.

    Es geht mir darum, die eigene Wahrnehmung wieder einzuschalten.

    Meine Aufmerksamkeit bewusst zu lenken.

    Meinen Fokus auf das zu richten, was mir wichtig ist.

    Und dem, was ich dort entdecke, achtsam zu begegnen.

    Vielleicht ist genau das für mich Bewusstheit.

    Und vielleicht nehme ich deshalb heute etwas ganz anderes aus meinem Abend im Speiselokal Rossbarth mit als damals.

    Damals habe ich darüber nachgedacht, was Unternehmen von diesem Ort lernen können.

    Heute denke ich:

    Verdammt, davon können wir auch etwas über unser Leben lernen.

    Weniger, damit wir wieder schmecken.

    Fokus, damit das Wesentliche wieder Raum bekommt.

    Aufmerksamkeit für das, was gerade vor uns liegt.

    Achtsamkeit, damit wir nicht glauben, schon alles zu kennen.

    Neugierig bleiben.

    Nicht versuchen, irgendwann fertig zu sein.

    Und unsere Aufmerksamkeit nicht permanent an Dinge verschwenden, die sie eigentlich gar nicht verdienen.

    Also ja:

    Genieß dein Leben.

    Lass manchmal etwas weg.

    Damit du wieder schmeckst. Wieder siehst. Wieder neugierig wirst. Wieder staunst.

    Und damit du am Ende eines Tages nicht nur sagen kannst:

    „Heute war viel los.“

    Sondern:

    „Heute war ich da.“

    Und zu guter Letzt noch ein ziemlich konkreter Achtsamkeitsimpuls: Wenn ihr in Linz seid, geht ins Speiselokal Rossbarth. Handy weg, Kopf aus, Geschmacksknospen an. Es könnte sich lohnen. 😉

    in Aktuelles
    Die Kirschen am Markt
    oder warum wir wieder lernen dürfen , im Moment zu leben


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    Ich begleite Menschen, Teams und Organisationen durch Veränderungs- und Transformationsprozesse.

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